Galileo Galilei
Man kann einen Menschen nichts lehren. Man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.

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Gemeinsam Ziele erreichen …

Manche nennen es Zufall, andere Fügung. Jedenfalls lernte ich schon im letzten Jahr die Sprachtrainerin Helga Weiss kennen.

Helga Weiss, MA, www.languageexperience.com hat viele Jahre in Amerika und in England gelebt und betreibt jetzt eine Sprachschule am Tankumsee in der Samtgemeinde Isenbüttel.

In ihrem jährlichen ACCELERATED LEARNING SPRACHCAMP am Tankumsee lernen englische gemeinsam mit deutschen Muttersprachlern in einer bi-lingualen Zeltstadt. Jeder kann sich vorstellen, dass es keine bessere Möglichkeit gibt, mit Freude und Spaß Englisch oder Deutsch zu lernen und dabei noch Freundschaften fürs Leben zu schließen. http://www.languageexperience.com/camp.html#sprachcamp

Helga führt auch bei Ihnen zu Hause eine Familienberatung „Wie Englisch in Ihren Familienalltag einziehen kann“ nach Accelerated Lernmethoden durch und hilft Ihnen vor Ort Lernstationen einzurichten.
Kontakt: helga@languageexperience.com

Doch zurück zu meinem Projekt. Ich wusste genau: Ohne das jemand meinem inneren Schweinehund etwas auf die Sprünge hilft, würde ich mein Ziel schwerlich erreichen.

Nach einigen Überlegungen und gemeinsam mit einer Freundin buchten wir deshalb einen Sprachkurs bei Helga.

Einmal in der Woche intensives Sprachtraining, um:

  • situatives Englisch sprechen zu lernen,
  • die korrekte Aussprache zu verbessern,
  • „falsche Freunde“ kennen zu lernen,
  • ACCELERATED LEARNING live zu erleben
  • und in der Gruppe beim Lernen Spaß zu haben

Alleine auf eine Expedition zu gehen, ist immer ein Wagnis. Helga hatte viele Jahre in Amerika gelebt. Deshalb, so dachte ich, ist sie die perfekte Lernpartnerin für mein Projekt.

Anmerkung:
Auch wenn der Lernpartner noch so gut ist, ohne eigenverantwortliches Lernen (üben, sprechen, trainieren) geht es nicht.

Das Gehirn ist leider keine Dose, in die man etwas hinfüllen kann. Die Vernetzung der Gehirnzellen und somit die Fähigkeit des Wiederabrufens von Wissen gelingt um so besser, je mehr Anreize geboten werden und je öfter eine Wiederholung des Wortschatzes stattfindet.

Sich neu verlieben …

Wenn es mir gelingen würde, mich in die englische Sprache zu verlieben, ja, dann würde sich ein positives Erwartungsfeld aufbauen und das Lernen der vielen, vielen Vokabeln wäre ein Klacks.

Doch wie konnte das gelingen? Mit meiner Englisch-Lernbiografie war es wohl kaum möglich, eine neue Liebe anzufangen. Oder doch? Meine Gefühle hatten sich nach der Aufarbeitung meiner alten Schulgeschichten verändert. Heute lockten die Erinnerungen eher ein Schmunzeln in mir hervor, als das ich mich über die damaligen Ereignisse aufregen konnte. Die Chance für einen Neuanfang war da! Ich konnte sie nutzen oder verstreichen lassen, ganz wie ich es wollte.

Doch wie verliebt man sich in eine Sprache? „Durch Geschichten über Menschen, die diese Sprache sprechen!“ kam mir in den Sinn.

Unlängst hatte ein Bekannter mir einen Stapel mit alten Zeitschriften in die Hand gedrückt. Diese Zeitschriften kramte ich jetzt hervor und siehe da, es war genau der Stoff, den ich jetzt für mich brauchte.

Die amerikanische Zeitschrift „SUN“ veröffentlicht Interviews und Geschichten über Menschen des realen Lebens – ihre Probleme – ihre Gedanken – ihre Gefühle. Schon beim Durchblättern blieb ich hängen. Es ging um das Thema Imigration. Erstaunlich – Ich konnte den Sinn des Artikels erfassen, ohne das ich alle Vokabeln verstand.
Endlich – ein Lichtblick.

Noch etwas wollte ich jetzt unbedingt voranbringen: eine Email-Freundschaft. Wie war doch noch der Name …

Na, wer sagt es denn. Das fühlt sich doch schon ganz anders an!

Sprachen lernen durch genaues Beobachten und Hören?

Ein Abenteuerfilm – eine beindruckende Szene. Kann ich die Essenz dieser Filmhandlung eventuell für mein Lernprojekt nutzen? 

Der 13te Krieger ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm nach dem Rom „Eaters of the Dead“ oder später wohl „Schwarze Nebel“ von Michael Crichton. Antonio Banderas spielt die Titelrolle.

Der in Ungnade gefallene Ahmad ibn Fadlān ibn al-‚Abbās ibn Rāschid ibn Hammād wird als Botschafter des Kalifen ausgesandt, um mit den Völkern des Nordens in Kontakt zu treten. Er reist mit einem Gefährten bis zur Wolga und trifft dort auf eine Gruppe von Nordmännern. Der Sohn des mächtigen Königs Rothgar trifft ein und bittet die Normänner um Hilfe, weil die Wendol in seinem Land Angst und Schrecken verbreiten. Eine Schamanin befragt die Knochen und wählt 12 Krieger unter den Nordmännern aus. Der 13te Krieger darf aber kein Nordmann sein. So wird Idn Fadlán der 13te Krieger und tritt mit seinen neuen Gefährten die lange, gefährliche Reise zu Pferd und per Boot nach Norden an, um König Rothgar zur Hilfe zu eilen.
Weitere Informationen zu dem Film.

Ibn Fadlán spricht kein Wort Nordmännisch. Sein Freund und der Übersetzer gehen nicht mit auf die Reise. Er ist vollkommen auf sich selbst gestellt und weiß doch, dass es eine Reise sein wird, die ihn den Tod bringen kann. Und jetzt kommt die mich faszinierende Szene des Films:

Ibn Fadlán beobachtet die Nordmänner, liest von ihren Lippen ab, hört wie sie sprechen – studiert sie also. Eines Tages, es ist als ob sich die Nebel heben, versteht er sie und spricht ihre Sprache.

Diese kleine Szene in dem Film weckte in mir die Hoffnung, dass auch ich eines Tages die englische Sprache verstehen und sprechen werde, wenn es mir gelingen könnte, mich ihr Schritt für Schritt zu nähern.

Um dort anzukommen, wo man hin will …

Eine gute Zieldefinition zeichnet sich durch folgende Kriterien aus:

  • Sie ist in der Ich-Form
  • Sie wird in Gegenwartsform, so als ob man das Ziel schon erreicht hätte, formuliert
  • Sie ist positiv
  • realistisch
  • attraktiv
  • und spezifisch, also so kurz wie möglich

Dann würde einer Wunscherfüllung wenig im Wege stehen.

Um das Ziel möglichst schnell zu erreichen, helfen imaginäre Bilder, in denen man sich selbst in der Situation sieht, in der man das Ziel bereits erreicht hat. Wenn dieses innere Bild dann mit positiven Gefühlen verbunden wird, ist man auf dem richtigen Weg.

So einfach ist das.

Mein Ziel:

Bis zum September dieses Jahres spreche ich fließend Englisch und
bin in der Lage, ein Interview mit einem Amerikaner zu führen.

Dazu sah ich mich in einer Gesprächsrunde, in der ich mich wohlfühlte und keine Probleme mit dem Sprachverständnis hatte.

Eine schöne Zieldefinition, auch wenn sie mir noch etwas Bauchschmerzen bereitete. Denn war sie auch realistisch? Da die Bilder von alleine kamen, es in diesem Fall also keine bewußt herbei geführte Visualisierung war, vertraue ich darauf, dass ich dieses Ziel erreiche oder wie es die Spezialisten für das Wünschen beschreiben, schon erreicht habe und es in Kürze für mich sichtbar wird.

Wenn Lernziele mit positiven Gefühlen verbunden sind, lernt es sich leichter. Aus dem sturen Pauken wird dann ein motivierendes Anreichern von Wissen.

Unrealistisch wäre gewesen, perfekt Englisch sprechen zu wollen, denn das schaffen noch nicht einmal Menschen mit langjährigen Englisch-Kenntnissen. Auf ein Interview aber konnte ich mich mental und schriftlich vorbereiten.